StartKulturBilanz 2023 der Hittenbühne

Bilanz 2023 der Hittenbühne

Geldfieber in Niedersfeld: Lachsalven und ein "ganz normales" Krankenhaus

Gesellig war es im „Krankenhaus Winterberg“, was als imaginärer Spielort der Hittenbühnensaison 2023 diente, allemal. Die ersten Patienten ließen nicht lange auf sich warten und im nu waren die Betten belegt. Den Besuchern wurde viel Aktion geboten und die Betten wurden kaum kalt, denn während die eine Szene im Patientenzimmer der Männer spielte, wurde nach einem fliegenden Wechsel, der flugs hinter dem Vorhang geschah, das Frauenzimmer belegt.

Mit viel Elan und Witz hatte Andy Tuss dieses Stück mit den Hittenbühnenspielern perfekt besetzt und inszeniert. Manche Träne wurde lauthals lachend vergossen, wenn Heiratsschwindler Kalle sprachgewand durch die deutschen Dialekte plapperte und damit seine lange Liste an Liebchen im ganzen Lande versuchte zu manipulieren. Oder wenn der bluthochdruckgeplagte Muttersohn unsicher erste Kontakte zu einer Dame auf dem Schachbrett knüpfte, während er recht schnell den Rausch des Alkohols am eigenen Leibe spürte. Die 3-fache Hüftpatientin indes ließ der Suche nach ihrem vierten Mann freien Lauf und wurde tatkräftig von der blinddarmgeplagten Zimmernachbarin unterstützt, deren entzündlicher Wurmfortsatz vom Klinikleiter jedoch nicht entdeckt wurde. Lag es daran, dass sie nur Kassenpatientin war? Privat jedenfalls wurde die Behandlung des Gallenleidens des Kunstprofessors abgerechnet, der kurzzeitig in den Genuss von viel Geld aus einem Überfall gelangte, was der nur mit Badehose bekleidete Ausbrecher mal kurz auf dem Balkon des Krankenzimmers deponierte. Er musste sich den Fängen des rauchenden Kommissars entziehen, der kein Fettnäpfchen ausließ und nur mühsam in der Aufklärung vorankam. Da war das Liebchen aus Wanne Eickel schon etwas fixer und brachte durch ihren Krankenbesuch den Frauentausendsasser dem Magengeschwür nahe. Gut, dass mit der osteuropäisch anmutenden Assistenzärztin, der peniblen und strengen Oberschwester, der verliebten Krankenschwester und dem aufmerksamen Pfleger wenigstens einige Protagonisten das Geschehen im Krankenhausflur fest im Griff hatten. Bis auf jene ältere und liebreizende Dame, die – geprägt durch eine lange Gastronomiekarriere – die Krankenhausflure unsicher machte und fleißig Bestellungen der Patienten aufnahm.

Fazit: Herrlich! Einfach herrlich!

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