StartLokalMedebach„Pilgerrosen“ kommen ins Hochsauerland

„Pilgerrosen“ kommen ins Hochsauerland

Blühende Zeichen auf dem historischen Jakobsweg

„Was soll von meinen Spuren auf dem Jakobusweg bleiben?“ Diese Frage stellte sich selbst der erfahrene Jakobuspilger Dr. Norman Sinclair. Der Initiator der Aktion „Pilgerrose“, der 1969 als junger Student nach Deutschland kam, machte Deutschland seitdem zu seiner Wahlheimat.

In den knapp fünf Jahren zwischen 2010 und 2014 legte er rund 5.000 Kilometer auf dem wohl bekanntesten Pilgerweg der Welt zurück. Für ihn hat das Pilgern große Bedeutung und so war er unterwegs auf dem Caminho Portugues, Camino Francés, dem Camino Primitivo oder den Camino Lebaniego in Spanien. Besondere Rosensorte Unterwegs hatte er bereits in Spanien eine Rose entdeckt, die dort in vielen Orten am Jakobusweg blüht. Als Dr. Sinclair im spanischen Valencia die berühmte Rosenzüchterin Matilde Ferrer kennenlernte, fiel ihm auf, dass in ihrem Garten eine besondere Rose gezüchtet wurde. Damals hieß die Rose „Rosal Castell D’Alaquàs“. Er war fasziniert von der Farbe, der Form und dem Duft dieser Rose. Sie ist robust, wächst selbstständig, gedeiht in großen Höhen, blüht fast das ganze Jahr und braucht wenig Pflege. Ihre großen, auffallend gelben Staubgefäße ziehen Bienen an. Die Rosensorte „Rosal Castell D’Alaquàs“ ist eine hybride Form, die aus einer kalifornischen weißen und einer spanischen roten Rose gezüchtet wurde.

Orte am Jakobsweg zum Blühen bringen
Der Rosenliebhaber Sinclair erwarb damals vier dieser Rosen. Noch auf dem Rückweg von Spanien nach Deutschland im Auto kam ihm die Idee, diese herrlichen Rosen für einen besonderen Zweck zu verwenden: diese Rosensorte könnte gleich an verschiedenen Stationen entlang des spanischen Jakobsweges eingepflanzt werden. Mit der Initiative „Pilgerrose“ möchte er erreichen, dass seine zurückgelegten „Spuren“ auf dem Jakobsweg nachhaltig wirken. Die allererste Rose pflanzte er am Grab eines besonderen Mannes: Don Elias Valiña Sampedro. Dieser Mann war ein Priester, der begonnen hatte, den Weg nach Santiago de Compostela mit gelben Feilen zu markieren. Seine Anregung, diese besonderen Rosen, die später auch international als „Pilgerrosen“ registriert wurden, entlang des Jakobsweges zu pflanzen, fand in Spanien großen Anklang. Das Gleiche wünschte er sich vor Ort, denn auch in Deutschland möchte er die Pilgerrosen an vielen Stationen pflanzen. Zuerst wählte er den Jakobsweg zwischen Osnabrück und Münster. So pflanzte Dr. Sinclair die erste Rose in Deutschland im Sommer 2020 an der Stadtkirche in Lengerich. „Die Rose könnte ein Symbol für den
Jakobsweg werden“, wünscht er sich. Seine Hoffnung ist bis heute, dass diese Rose entlang der insgesamt rund 1.000 Kilometer Jakobspilgerwege in Westfalen gepflanzt werden könnten, um damit das Pilgern mit einem farbenfrohen Symbol zu bereichern. Sein Wunsch bleibt es, dass diese Rosen auf den Pilgerrouten blühend, belebend und stärkend auf die Menschen, die sich aufgemacht
haben, wirken mögen.

In diesem Jahr pflanzt der Arzt und Biologe Dr. Sinclair die nächsten zwölf Rosen am historischen Jakobsweg im Hochsauerland von Winterberg nach Oberschledorn. Die Standorte sind folgende katholische Kirchen: St. Jakobus Winterberg, St. Maria Magdalena Elkeringhausen, St. Laurentius Küstelberg, Marienkapelle Referinghausen und St. Antonius Oberschledorn.
Die evangelische Pfarrerin Dr. Sandra Gintere koordiniert mit viel Leidenschaft diese Initiative „Pilgerrose“ im Gebiet Hochsauerland. Der Rosenfachmann verspricht allen Blumenfreunden: „Freude kann man an der „Rosal Castell D’Alaquàs lange haben, sie blüht bis in den Herbst hinein und Bienen
lieben sie.“, so der Rosenkenner Dr. Sinclair.



Nächste Termine mit Segnung und Beachtung der Pilgerrosen:

Andacht mit Segnung der Pilgerrosen für den Jakobswegs im Pastoralen
Raum Medebach-Hallenberg

Samstag, 18. Mai, 10 Uhr, Kirche St. Antonius Medebach-Oberschledorn,
Grafschafter Straße 9, 59964 Medebach, anschließend Pflanzaktion der „Rosal Castell D’Alaquas“
10.45 Uhr: Marienkapelle Referinghausen
11.30 Uhr: Kirche St. Laurentius Küstelberg
12.15 Uhr: Kirche St. Maria Magdalena Elkeringhausen
12.45 Uhr: Kirche St. Jakobus Winterberg

Pilgerwanderung auf dem Jakobusweg ab Kirche St. Jakobus Winterberg bis nach Oberschledorn
Sonntag, 28. Juli (nach der Prozession zum hl. Jakobus-Gedenktag)

Alle Interessierten, Rosenliebhaber und Pilger sind zu diesen Veranstaltungen
herzlich eingeladen.

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